Unternehmer werden:

Muss ein Unternehmer ein besonderer Mensch sein?


Ein Genie?   Ein Abenteurer?   Besonders skrupellos?   Vielleicht sogar kriminell?
Keineswegs. Aber Eigenschaften: wie Kreativität, Stressresistenz und Risikofreude sind dabei sehr hilfreich.

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt: Ist es ratsam, eine gesicherte Anstellung, beziehungsweise eine soziale, staatliche Hängematte aufzugeben und sich in ein wirtschaftliches Abenteuer zu stürzen? Noch dazu, wenn Ihnen eine entsprechende Erfahrung abgeht und Sie sich deswegen auf völlig unbekanntes Neuland begeben müssen. Ist das nicht gleichzusetzen mit einem Sprung in ein Haifischbecken?

Nun, so schlimm wie ein Aufenthalt in einem Haifischbecken ist es ganz sicher nicht.
Ganz im Gegenteil. Einige – wenn nicht sogar viele - Gründe sprechen absolut dafür. Darunter ein sehr schwergewichtiger Grund: Nämlich frei zu sein! Über seine Zeit frei verfügen zu können. Und auch selbständig Entscheidungen treffen zu können. Sich ohne Beeinflussung von andersdenkenden Vorgesetzten, entwickeln zu können.

Nehmen wir ein Beispiel:
Sie arbeiten lange Zeit in einem Betrieb. Etliche Jahre, vielleicht sogar schon Jahrzehnte. Während dieser Zeit wurden Sie reich an Erfahrungen. Sie kennen den Ablauf der Produktion - beziehungsweise der Verwaltung. Nicht nur oberflächlich, sondern gründlich, nämlich in und auswendig. Vorgesetzter Sie wissen, dass immer wieder unvermutete Probleme den geregelten Betriebsablauf stoppen. Was der Firma Geld kostet und Ärger bereitet. Sie wissen aber auch, wie man mit diesen Hindernissen am besten fertig wird. Sie wissen es aus Erfahrung, weil Sie Solches in Ihrer Laufbahn schon oft erlebt haben.

Doch plötzlich setzt man Ihnen einen neuen Vorgesetzten vor die Nase. Und diese Person will Kompetenz zeigen. Er - oder sie - will sich beweisen, gleich zu Beginn einmal alles neu machen. Vorsorglich stuft Sie dieser Mensch als betriebsblind ein. Oder als nicht kompetent. Auf jeden Fall als Untergebenen und somit als Befehlsempfänger. Also geschieht alles lediglich nach seinen Entscheidungen. Ihre jahrelange Erfahrung zählt nichts mehr. Sie sind ab nun angewiesen, Dinge nach seinen Vorgaben zu erledigen. Vielleicht akzeptiert er einmal eine gute Idee von Ihnen. Aber war die Idee wirklich gut, dann war es nicht Ihre, sondern seine Idee. Und war die Idee einmal daneben und danach geht etwas schief: Sonnenklar – Sie haben es verbockt.

Ein weiterer Anlass ist der Wunsch nach einem höheren Verdienst.
Mehr verdienen Sie leisten etwas und diese Leistung möchten Sie auch entsprechend honoriert haben. Denn die gegenwärtige Entlohnung für Ihre wertvolle Arbeit erscheint Ihnen zu gering. Sie fühlen sich ausgenützt. Sie haben Wünsche, warum auch nicht? Sie möchten auch einmal etwas vom Leben haben. Eine schöne Wohnung, ein Haus, ein neues Auto. Man lebt nur einmal. Andere haben das auch.
Aber Ihre Vorsprachen betreffend einer Gehaltserhöhung gehen jeweils ins Leere. Sie enden immer wieder mit Vertröstungen auf eine ferne Zukunft. Mit Worten wie: Haben Sie Geduld, man wird schon sehen, warten wir ab, wie es läuft. Auf der anderen Seite überhäuft man Sie mit Arbeit. Verbunden mit einem unrealistischen Zeitplan.
Und sollte etwas nicht rechtzeitig fertig werden, so löchert Sie der mahnende Blick des Chefs oder des Vorgesetzten. Unter diesen Umständen wagen Sie es vielleicht gar nicht, um eine Gehaltserhöhung anzusuchen. Also, was tun? Sie überlegen und kommen zu dem Schluss: Was haben ich eigentlich am Fuß der Pyramide zu suchen? Warum bin ich nicht auf der Spitze?

Und schließlich erörtern wir auch noch dieses Motiv:
Sie finden keine Stelle, trotz unzähliger Bewerbungsschreiben und trotz Ihrer guten Qualifikation. Es gibt genügend Stellenangebote in den Zeitungen und im Internet aber für Sie gibt es nur Absagen. Sie verfallen in Zweifel: Wo liegt der Grund? Betrachtet man Sie als überqualifiziert, als zu teuer? Oder schon als zu alt?

Was ist der Grund Oder vielleicht doch als unterqualifiziert? Einige Angebote scheiden für Sie wegen zu hochgesteckten Anforderungen aus. Sie können keinen fertigen Uni-Abschluss, sowie keine 5-jährige einschlägige Praxis vorweisen. Auch sind Sie schon älter als 30 Jahre. Zählt man Sie deswegen schon zum alten Eisen? Das fragen Sie sich. Und so verrinnt die Zeit, Sie fühlen sich unnütz, gleichzeitig sind Sie davon überzeugt, Sie könnten etwas Sinnvolles vollbringen. Etwas, das Ihr Leben ausfüllt, sowie auch einen angemessenen Lebensstandard sichert.

Ganz sicher sprechen noch viele andere Gründe dafür, sich zum eigenen Chef zu machen. Aber dann, sobald der Entschluss zur Selbstständigkeit gefasst ist, öffnet sich sogleich wieder ein neuer Fragenkomplex. Vorausgesetzt natürlich, Sie nehmen die Sache ernst, denken auch gründlich über die Sache nach, gehen also das Projekt planmäßig an.

Der Beipackzettel.
Vorsicht So wie jedem guten Medikament ein Beipackzettel in seiner Packung beigefügt ist, der auf mögliche Risiken hinweist, so soll auch hier nicht unerwähnt bleiben, dass der Gewinn an Lebensqualität als Unternehmer mit einem entsprechenden Risiko erkauft werden muss.

Um zu vermeiden, die Unternehmerlaufbahn bald wieder als Sozialhilfeempfänger beenden zu müssen, gilt es, Risiko zu minimieren. Riskant im Geschäftsleben sind beispielsweise hohe Investitionen mit Fremdkapitel oder riesige Aufträge auf Zielrechnung von unbekannten Kunden. Ein Kaufmann muss besonders vorsichtig sein, was seine geschäftlichen Entscheidungen betrifft. Er muss sich bewusst sein, dass er für alle Vorgänge die Verantwortung trägt. Im Falle einer Insolvenz kann er sich nicht auf schlecht zahlende Kunden, nicht eingetroffene Lieferung von Vormaterial oder auf einen sonstigen Unglücksfall ausreden. Nur wer sich mit diesen Umständen abfinden kann, dem ist auch zu raten, eine Karriere als Unternehmer einzuschlagen.

Und da sind wir nun. Nachdem vorher einige Auslöser abgehandelt wurden, die Sie dazu bewegen könnten, selbstständig zu werden, sowie auch die Risiken beachtet haben, begeben wir uns zum oben erwähnten Fragenkomplex: Wie beginne ich am besten? Und wie geht es nach dem Beginn weiter?




Es gibt viele Anworten, eines jedoch ist sicher:   Am Anfang steht die Idee …   Lassen Sie die Suche nach der Inspiration nicht mit einer Transpiration enden!